Regierungspräsidium Gießen- Pflanzenschutzdienst Hessen-
JakobskreuzkrautDie Blüte des Jakobskreuzkrautes beginnt, das insbesondere auf nicht genutzten, bzw. nicht gepflegten Flächen zunehmend zu finden ist. Z.B. an Straßenrändern,
Bahntrassen, Stillegungsflächen, Bracheflächen und Baugrundstücken.
Da das Jakobskreuzkraut vor allem für Pferde sehr giftig ist, sollten die Wiesen und Weiden die für die Pferdebeweidung bzw. zu Pferdeheu genutzt werden besonders
aufmerksam kontrolliert werden. Als Bekämpfung im Stadium der Blüte (besser vor der Blütenbildung) besteht nur die Möglichkeit, die Pflanzen auszureißen und gesondert zu entsorgen (nicht kompostieren!). Auf jeden Fall ist darauf zu achten, dass die Samenbildung unterbleibt. Eine Pflanze kann bis zu 150 000 Samen bilden, die im Boden bis zu 20 Jahre lebensfähig sind. Daher sollte auch eine konsequente Bekämpfung auf den oben angesprochenen Standorten vorgenommen werden um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Verwechslungsgefahr: Das gelb blühende Jakobskreuzkraut sollte nicht mit anderen zur Zeit gelb blühenden Pflanzen verwechselt werden, wie dem Rainfarn, Johanniskraut, Wiesenpippau, Gänsedistel o.a. Daher ist eine genaue Bestimmung notwendig und man sollte sich
gegebenenfalls an die örtliche Beratung wenden.
Bekämpfung
Der beste Zeitpunkt zur Bekämpfung ist im Rosettenstadium (kurz bevor der Stängel schiebt).
Anwendung: Beste Wirkung Simplex (2,0 l/ha; Auflagen beachten!) ggf. ist eine Nachbehandlung notwendig, da das Jakobskreuzkraut eine zweijährige Pflanze ist.
Chemische Behandlung nur auf landwirtschaftlichen und gärtnerischen Flächen erlaubt!
Für die Bekämpfung ist ein Sachkundenachweis erforderlich. Auflagen der Förderprogramme beachten!
Neben der konsequenten Bekämpfung auf den Pferdeweiden und Wiesen ist es notwendig, die Jakobskreuzkrautpflanzen im Umfeld dieser bewirtschafteten Flächen zu entfernen und zu bekämpfen. Nur so ist langfristig eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Die nachlassende Bereitschaft der Mahd und Pflege von Weg- und Straßenrändern und nicht genutzten Begleitflächen fördert in hohem Maße die Ausbreitung verschiedener Pflanzen wie beispielsweise dem Jakobskreuzkraut. Um auch in Zukunft qualitativ
hochwertiges und gesundes Futter zu erzeugen ist die Zusammenarbeit aller an der Pflege Beteiligten erforderlich. Daher sollten neben dem landwirtschaftlichen Berufsstand
auch der Naturschutz, die Kommunen, die Straßenmeistereien, die Bahnbetreiber und die
Eigentümer von Bracheflächen die Bekämpfung des Jakobskreuzkrautes konsequent vornehmen.